News vom Hof

Ein Sommer, der uns viel abverlangt hat

 

 

Der diesjährige Sommer wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der vielen Sonnenstunden, sondern wegen der Herausforderungen, die er mit sich brachte.

 

Wochenlang begleiteten uns Hitze und Trockenheit. Tag für Tag standen wir vor der Aufgabe, unsere Kulturen zu bewässern, damit sie nicht verdursten. Selbst unsere Bäume mussten zusätzlich mit Wasser versorgt werden. Dabei stellten wir uns immer wieder die Frage, was wirtschaftlich überhaupt noch sinnvoll ist. Wäre es vernünftiger gewesen, einzelne Kulturen aufzugeben? Vielleicht. Doch wir finden, dass wir als Landwirtschaftsbetrieb Verantwortung tragen. Verantwortung gegenüber unseren Böden, unseren Tieren und gegenüber den Menschen, die auf regionale Lebensmittel zählen. Deshalb haben wir uns entschieden, weiterzukämpfen und alles dafür zu tun, unsere Ernte zu sichern.

Neben den Sorgen um die Kulturen mussten wir auch persönliche Verluste verkraften. Fara eine unserer Kühe mussten wir aufgrund einer schweren Erkrankung einschläfern lassen. Kurz darauf verloren wir nach 13 gemeinsamen Jahren unsere treue Hündin Lara und wenig später mussten wir auch von Timmy (einem Kaninchen) Abschied nehmen. Solche Momente gehen nicht spurlos an einem vorbei und erinnern uns daran, wie eng Freude, Trauer, Leben und Tod in der Landwirtschaft oft beieinander liegen.

 

Doch der Sommer war noch nicht zu Ende. Nach der Trockenheit kamen die Stürme.

Der erste Sturm brachte Hagel und starke Winde mit sich. Ein Dach wurde beschädigt, zahlreiche Bäume stürzten um und hinterliessen Schäden, deren Aufräumarbeiten uns wohl den ganzen kommenden Winter beschäftigen werden. Als wäre das nicht genug, wurden Kulturen beschädigt, die wir den ganzen Sommer über mit grossem Einsatz vor der Trockenheit geschützt hatten.

Dazwischen kam unsere Rindergruppe von der Alp nach Hause, mager, weil auch da kaum Futter vorhanden war. Das war ein trauriger Anblick!

Wenige Wochen später folgte der nächste Sturm. Diesmal wurde sogar unser Scheunentor aus den Angeln gerissen – ein Tor, das selbst den Sturm „Lothar“ überstanden hatte. 

 

Natürlich sind wir gegen viele dieser Schäden versichert. Doch Geld ersetzt weder die investierte Arbeit noch die Emotionen, die damit verbunden sind. Wer täglich alles gibt, um Pflanzen und Tiere bestmöglich zu versorgen, den trifft es besonders, wenn innerhalb weniger Minuten ein Unwetter vieles zerstört.

 

Trotz allem blicken wir nach vorne. Die Landwirtschaft lehrt uns jeden Tag, mit Herausforderungen umzugehen, Rückschläge zu akzeptieren und nicht aufzugeben.

 

Wir sind dankbar für die Unterstützung unserer Familie, unserer Freunde und unserer Kundinnen und Kunden. Und wir hoffen darauf, dass nach diesem schwierigen Sommer wieder ruhigere Zeiten folgen.

 

 

Euches Muntwilerhof-Team